Neue Hoffnung? „EU, wann gedenkt ihr endlich was zu tun?“

In der EU haben Straßentiere keine Rechte.

Tierschützer kämpfen seit Jahren für ein einheitliches, EU-weites Tierschutzgesetz und für langfristige, bindende Präventionsmaßnahmen, um das Problem der Überpopulation von Streunern in den einzelnen EU-Ländern (hauptsächlich Süd- und Osteuropa) zu bekämpfen.

Bisher verlagert die EU die Verantwortung den Umgang mit diesen Tieren betreffend, stets auf die Mitgliedsländer, deren Tierschutzgesetze das Töten und Misshandeln der Tiere billigen.

Jetzt gibt es neue Hoffnung.

Im Frühjahr 2012 startet die Organisation „Occupy for Animals“ die Petition „EU, wann gedenkt ihr endlich was zu tun?“ (engl. „EU, when do you think it is time to act?“), die bisher über 22.000 Unterschriften sammelte.
Million Actions hat die Petition und den Aufruf an die EU damals unterstützt und hierzu u.a. eine Postkartenaktion gestartet.

Im August 2013, fast eineinhalb Jahre nach Initiierung der Petition, bekam die Gründerin von Occupy for Animals, Pia Berrend, vom Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments die Information, dass ihre Petition ein Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Ausschusses am 16. September 2013 sein wird.

Die Sitzung kann hier live verfolgt werden:

http://www.europarl.europa.eu/activities/committees/homeCom.do?language=EN&body=PETI

Wir bitten euch nun erneut darum die Petition zu unterschreiben und auch andere darum zu bitten, dies zu tun.

Gemeinsam können wir den Straßentieren in der EU eine Stimme geben!


Zusammenhang zwischen Tierquälerei und die psychische Gesundheit von Kindern wird durch die “Making The Link” -Studie belegt.

Als Antwort auf die Mitteilung der EU über die Annahme ihrer Petition, hat Pia Berrend einen Brief verfasst, dessen wichtigste Inhalte wir euch auf Deutsch übersetzt haben.

Brief an die EU

Weitere Informationen zu der Petition 1251/2012 “EU, when do you think it is time to act?”, die am 16. September ein Tagesordnungspunkt des EU Petitionsauschusses in Brüssel sein wird:

Pia Berrend weist in ihrem Brief an die EU darauf hin, dass das Thema der streunenden Tiere betreffend, nicht mehr nur eine Frage des Tierschutzes ist, sondern sich auf Menschenrechte und insbesondere auf die Rechte von Kindern auswirkt.

Eine neue Europäische Studie, die von weltweit führenden Experten in diesem Bereich unterstützt wird, hat sogar gezeigt, dass die unkontrollierte Konfrontation mit Tierquälerei zu schweren psychischen Störungen bei den Kindern in diesen Ländern führt.

Hierzu gibt sie folgende Begründung:

Menschenrechte:

Auszug aus dem Bericht von Norah Babington, der an den EU-Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks und an das Komitee für Menschenrechte in der EU geschickt wurde:

Norah Babington: „Seit 2011 habe ich Augenzeugenberichte von Menschen aus Rumänien gesammelt, die die rohe Gewalt der rumänischen Hundefänger miterlebten. Es ist ein mühsamer Kampf.

Traumatisiert von der Gewalt, fürchten die Menschen um ihr Leben, fühlen sich verletzlich, machtlos und unfähig die Situation (status quo) zu verändern.

Sie berichten, dass sie das Gefühl haben, ihre Menschlichkeit und Lebensqualität verloren zu haben, indem sie täglich mit dem Leiden und Sterben der Straßenhunde und – katzen konfrontiert werden. Nicht nur werden Straßenhunde in die sogenannten „Public shelters“ (Tierheime) gebracht, sondern auch Hunde, die einen Besitzer haben, die an der Leine ausgeführt werden, werden auf den Straßen gefangen und ihren Besitzern entrissen.

Diese zahlen dann wöchentliche Schutzgelder an die Hundefänger um ihr Haustier vor einem schrecklichen Tod zu beschützen.“

Sie flehen um Hilfe.

Diese Tatsache alleine führt zu einer ernsthaften Menschenrechtsverletzung, schreibt Pia in ihrem Brief an die EU.

Rechte von Kindern:

Die „Making The Link“- Studie (deutsch: “Eine Verbindung herstellen“), die sich mit den psychologischen Auswirkungen Kinder betreffend beschäftigt, die regelmäßig Tierquälerei ausgesetzt sind, hat einige sehr ernste und beunruhigende Veränderungen auf die psychische Gesundheit von Kindern in diesen Ländern aufgezeigt.

Das Forschungsprogramm wurde von Malcolm Plant als investigative PhD Studie an der Universität von Teesside, Großbritannien durchgeführt. Des Weiteren wurde die Studie von Professor Paul van Schaik, Professor Anna van Wersch und Professor Giogious Antonopuolos (School of Social Science and Law Universität von Teesside, Großbritannien) sowie externen Experten wie Professor Philip Tedeschi, Direktor des Instituts für Tier-Mensch Beziehungen, Universität Denver, USA betreut.

Es ist kein gedanklicher Quantensprung, dass eine ständige Konfrontation mit Missbrauch und Gewalt eine Auswirkung auf jede Person haben muss, die dieser ausgesetzt ist. Und die Kinder in diesen Ländern sehen die Straßentiere fast täglich als Opfer von brutalen Gewaltakten durch Vergiftung, Erschießen, Erhängen, Ertrinken und Erschlagen.

Eine Pilotstudie, die 2012-2013 in Bistrita, Rumänien durchgeführt wurde, mit einer Kontrollgruppe in Berlin, zeigt, dass Tierquälerei in direkter Verbindung mit der psychischen Gesundheit von Kindern und der zivilen Sicherheit in diesen Gebieten steht, wo es zwar Tierschutzgesetze gibt, aber deren Durchsetzung fehlt und damit der Weg frei gegeben wird für Tierquälerei ohne daraus resultierende Folgen. Das Potenzial für erhöhte Gewalt and Menschen und Eigentum steigt in diesen Gesellschaften.

86,3% der Kinder in der in Bistrita untersuchten Gruppe von 14-16 Jährigen haben Tierquälerei bereits „viele Male“ in der Öffentlichkeit gesehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass bei Kindern bis zum Alter von 8 Jahren, äußere Reize feste Schemata und bestimmte Konzepte bewirken. Die Konfrontation mit Gewalt und Aggression resultiert in Effekten wie Aggression gegenüber anderen Menschen oder Eigentum, Diebstahl, Brandstiftung, reduzierte Empathie und als ob das nicht genug wäre, wünscht sich das Kind oft zu sterben!

10% der Kinder in der Studie haben bereits Tiere gequält. Ihre Profile zeigten eine große Auffälligkeit in Bezug auf eine erhöhte Gewaltbereitschaft, negative bzw. fehlendes Mitgefühl gegenüber Mitmenschen, sozialer Gewalt und Diebstahl.

(….)

Wie Studien der letzten 25 Jahre in Psychologie, Soziologie und Kriminologie belegen, haben Gewalttäter oft eine Historie von schwerer und wiederholter Tierquälerei. Das FBI hat die Verbindung bereits in den 1970er Jahren erkannt als die Untersuchung der Lebensläufe von Serienmördern ergab, dass die meisten bereits in ihrer Kindheit Tiere misshandelt und getötet hatten.

Laut einer Studie der Massachusetts Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) und North-Eastern University aus 1997 begehen Tierquäler 5 Mal häufiger Gewalttaten an Menschen und 4 Mal häufiger Eigentumsdelikte als Personen ohne Tierquäler-Historie.

Ich glaube, so fährt Pia Berrend in ihrem Brief fort, dass diese sehr ernsthaften Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern in diesen Ländern eine Verletzung ihrer Rechte darstellt.

Korruption und Veruntreuung von Geldern:

Keiner der Länder, die am stärksten von der Überpopulation von Streunertieren betroffen sind, haben bisher ernsthafte Anstrengungen gemacht um das Problem durch Kastrationskampagnen und die Aufklärung der Bevölkerung in den Griff zu bekommen
Stattdessen „reinigen“ sie die Straßen Jahr für Jahr von Streunern.

Im Gegensatz zu Entwicklungsländern, denen oft die notwendigen Mittel und das nötige Personal für massive Kastrationskampagnen fehlt, ist dies in den betreffenden EU-Ländern nicht der Fall.

Wir sprechen hier von EU-Ländern, wo die benötigten Gelder nur einen kleinen Teil dessen ausmachen, was diese Länder jedes Jahr für die Bekämpfung der Straßentiere aber nicht für die Ursache deren Daseins ausgeben.

Das Problem liegt eher an korrupten Interessenskonflikten und einem Mangel an Visionen und Willen.

Und in der Tat ist Bulgarien eines der korruptesten Länder der Europäischen Union, gefolgt von Rumänien und so ist es keine Überraschung, dass zahlreichen Berichten zufolge, die u.a. von Emil D. Kouzmanov, BSAPP Bulgarien, Dr. Carmen Arsene FNPA Rumänien und Pia Berrend, Occupy for Animals, Luxemburg an die EU weiter geleitet wurden, sich ein düsteres Geschäft und dunkle Praktiken in Bezug auf streunende Hunde entwickelt hat.

So werden ganz bewusst nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen um die Streunerpropulation einzudämmen und damit unterstützen diese Regierungen den Wohlstand einer schmutzigen Branche von der viele Menschen profitieren:

  • das Fangen von Hunden
  • den Bau von unnötigen Tierlagern
  • die Unterbringung und angebliche Versorgung der Tiere
  • die Verbrennung verstorbener Tiere

Mit geschätzten 100 Millionen Straßenhunden (Streuner und solche in Besitz) und wahrscheinlich doppelt so vielen streunenden Katzen scheint nicht nur das Problem der Streuner außer Kontrolle zu sein, sondern auch, wie die „Making The Link“ Studie darlegt, ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheuit der Kinder in diesen Ländern darzustellen.

(…)

Hochachtungsvoll,
– Pia Berrend -
Gründerin von Occupy for Animals

www.occupyforanimals.org
email: occupyforanimals@live.com
tel.: +33 (0) 251 3049 02

LINKS:

Information on the EU stray animals issue is compiled on the following website:
http://occupyforanimals.wix.com/straysofeurope

Der komplette Bericht von Norah Babington, den sie an den EU-Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks und an das Komitee für Menschenrechte in der EU schickte:

http://www.occupyforanimals.org/hurt-an-animal-hurt-a-child.html

Information über die ‘Making The Link’ Studie:

Über ‘Making The Link’: http://makingthelink.wix.com/a-time-for-change#!about/c1h5o

Projekt Partner: http://makingthelink.wix.com/a-time-for-change#!project-partners/ci4f

Fakten: http://makingthelink.wix.com/a-time-for-change#!the-study—fact-sheet/c1dc9


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