PETITION: Verbot von Pelztierfarmen in der Europäischen Union!

Eine Pelztierfarm ist ein Betrieb, welcher verschiedene Arten von Tieren zum Zwecke der Fellgewinnung zur Herstellung von Pelzbekleidung und anderen Fellprodukten züchtet. Die hier erzeugten Pelze bezeichnet man als Zuchtpelze.

Die Felle der Tiere, die in der Wildnis gefangen werden, bezeichnet man nicht als Zuchtpelze, sie sind als Wildtierpelz bekannt.

Die Mehrheit der weltweiten Zuchtpelze kommen von europäischen Pelztierfarmen. Es gibt 6.000 Pelztierfarmen in der EU, davon knapp 30 Farmen in Deutschland. Auf die EU entfallen 63% der weltweiten Nerzproduktion und 70% der Fuchspelzproduktion. Dänemark ist der führende Nerzproduzent, mit rund 28% der Weltproduktion. Weitere wichtige Produzenten sind China, die Niederlande, die baltischen Staaten und die USA. Finnland ist der größte Anbieter von Fuchspelzen für den amerikanischen Markt. Die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Exporteur von Pelzfellen. Wichtige Exportmärkte sind China, Russland, Kanada und die EU. Die Exporte nach Asien als Anteil der gesamten Ausfuhren stieg von 22% im Jahr 1998 auf 47% im Jahr 2002. China ist der größte Importeur von Fellen aller Art in der Welt, damit sind sie der größte Re-Exporteur für fertige Pelzwaren.

Die Nachfrage nach Pelz sank in den späten 1980er und 1990er Jahren aufgrund einer Reihe von Faktoren, einschließlich fehlender kreativer Designideen und

neuer Pelzkollektionen, aber auch aufgrund der Bemühungen der Tierschützer. Seit der Jahrtausendwende jedoch hat sich der Umsatz weltweit auf Rekordhöhen angeheizt, unter anderem bedingt durch einen Einkommensanstieg in Ländern wie China und Russland. Diese steigende Nachfrage führte zur Entwicklung von umfangreichen Pelztierzuchtprogrammen in China und Polen.

Während das Tragen von Pelzkleidung als Schutz bei kaltem Wetter bis in die Steinzeit zurückgeht, so hatte dieses Material seinen Ursprung direkt in der Natur. Als die menschliche Bevölkerung wuchs, kamen Pelze, Leder und Häute für die Kleiderproduktion aus der Viehzucht und hier insbesondere von Schafen (Schaffell), Kaninchen, Rindern, Schweinen und Ziegen. Die frühesten Aufzeichnungen der Nerzzucht für Pelz in Nordamerika waren in den 1860er Jahren. In Kanada fing man im Jahr 1895 an Füchse für Pelze zu züchten.

Historisch gesehen spielte der Pelzhandel eine wichtige wirtschaftliche Rolle in den Vereinigten Staaten. Pelzjäger erschlossen große Teile von Nord-Amerika, und die Mode für Biberfellmützen führte zu einem intensiven Wettbewerb um die Lieferung von Pelzen. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurden Pelzindustrie und Pelztierträger massiv von Tierschützern kritisiert, da die Notwendigkeit aufgrund der Verfügbarkeit von synthetischen Fasern (aus Erdöl) nicht mehr gegeben war.

Heute kommen 80 Prozent, der für die Pelzindustrie benötigten Tiere, von Pelztierfarmen. Der Rest ist von Tieren, die in freier Wildbahn gefangen werden. Zur Mehrheit der in Gefangenschaft gezüchteten Pelztiere gehört der Nerz (50 Millionen jährlich), gefolgt vom Fuchs (etwa 4 Millionen jährlich). Aber auch der asiatische und finnische Waschbär und der Chinchilla sind begehrt. 64 Prozent der Pelztierfarmen sind in Nordeuropa, 11 Prozent in Nordamerika und der Rest auf der ganzen Welt verteilt, in Ländern wie Argentinien und Russland.

Tiere auf Pelzfarmen verbringen ihr ganzes Leben in engen, schmutzigen Drahtkäfigen. Pelztierproduzenten nutzen die billigsten und grausamsten Tötungsmethoden, die ihnen zur Verfügung stehen, darunter das Ersticken der Tiere, Stromschläge, Gas und Gift.

Ob das Tier auf einer Pelzfarm dahin vegetierte oder in der Wildnis gefangen wurde: jeder Pelzmantel, jeder Pelzkragen und jedes noch so kleine Pelz besetzte Kleidungsstück verursacht dem Tier sehr viel Leid – und tötet es auf grausame Art und Weise.

Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben die Grausamkeit der Wildtieraufzucht in Gefangenschaft erkannt und haben bereits Schritte unternommen um die Intensivtierhaltung der Pelzindustrie zu beschränken oder gar ganz zu verbieten. Österreich und Großbritannien sind die beiden Länder, die ihre Gesetzgebung bereits für ein Verbot der Pelztierzucht geändert haben.

Die Produktion von Fuchs- und Chinchilla Fell war in den Niederlanden in den Jahren 1995 und 1997 verboten. Nach einer langen Übergangsfrist, die 2008 auslief, wurden alle Fuchs-und Chinchilla Betriebe geschlossen. Im Juni 2009 stimmte das niederländische Parlament auch für ein Verbot der Nerzproduktion in den Niederlanden. Dieses Gesetz, das noch vom niederländischen Senat genehmigt werden muss, würde zur Schließung aller Nerzfarmen bis 2024 führen. Derzeit sind die Niederlande der zweitgrößte europäische Nerzproduzent, mit fast 5 Millionen Nerzen, die dort jedes Jahr vergast werden.

Obwohl Dänemark der weltweit größte Fellproduzent ist, wurde auf die entsprechenden Tierschutzprobleme in Zusammenhang mit der Fuchszucht in Gefangenschaft eingegangen und Fuchsfarmen deshalb im Jahr 2009 verboten. Trotz des Verbotes gibt es allerdings auch hier eine Übergangsfrist für Fuchspelzproduzenten.

Auch Schweden hat im Jahr 1995 die Fuchspelzzucht durch eine Änderung seines Tierschutzgesetzes beendet, die besagte, dass Füchse in einer solchen Weise gehalten werden müssen, dass sie ihren natürlichen Verhaltensweisen, wie z.b. dem Graben, nachgehen können. Diese Gesetzesänderung hat dazu geführt, dass die Fuchspelzzucht unrentabel wurde und im Jahr 2000 schließlich alle schwedischen Fuchspelzfarmen geschlossen wurden.

Und auch in Kroatien, das der Europäischen Union voraussichtlich im Jahr 2012 beitreten wird, wurden im Dezember 2006 Pelztierfarmen verboten.


Unsere befreundete Tierrechtsorganisation Occupy for Animals fordert das Europäische Parlament auf, ein Verbot von Pelztierfarmen und Pelztierzucht in der gesamten Europäischen Union aus den folgenden Gründen in Betracht zu ziehen:

Tierschutzprobleme auf Pelztierfarmen:

Die wichtigsten Arten, nämlich Nerze und Füchse, die auf Pelztierfarmen aufgezogen werden, sind im Wesentlichen noch wilde Tiere. Wie die Europäische Kommission selbst in ihrem Bericht des wissenschaftlichen Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz (SCAHAW) von 2001, “The Welfare of Animals Kept for Fur Production”, feststellte:

“…these species, in comparison with other farm animals, have been subjected to relatively little active selection, except with respect to fur characteristics. There has thus been only a limited amount of selection for tameness and adaptability to captive environments.” [2]

Nerze und Füchse sind Fleischfresser, Räuber und sehr neugierige, aktive Tiere mit einem komplexen Sozialleben. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten von Nutztieren, die meist Herdetiere sind, sind Nerze absolute Einzelgänger in der freien Natur. Nerze und Füchse verhalten sich territorial und in der Wildnis legen sie große Strecken zurück, um ihre Gebiete zu verteidigen. Diese Tiere sind für die Haltung in Gefangenschaft und vor allem für intensive Zucht und Aufzucht ungeeignet.

Wenn sie in kleinen, Drahtkörben/-käfigen gehalten werden, weisen diese Tiere stereotypische Verhaltensweisen auf (z.b. Stimulation durch das Laufen entlang der Käfigwand, wiederholte Kreisbewegungen / Nicken des Kopfes, etc. sowie Selbstverstümmelung d.h Beißen des eigenen Schwanzes, oder anderer Teile ihres Fells).

Untersuchungen auf schwedischen Nerzfarmen:
In einem Zeitraum von eineinhalb Jahren besuchten Ermittler der Animal Rights Alliance 20 Prozent der Pelzfarmen in Schweden.

 Studien, die auf schwedischen Farmen durchgeführt wurden, belegen, dass 70-85% der erwachsenen Nerze dieses stereotypische Verhalten zeigen. Dies ist eine ernsthafte Verhaltensstörung und ein klares Zeichen dafür, dass die Tiere gestresst sind und sich nicht natürlich verhalten können.

Das schockierende Videomaterial unten zeigt die grausame Wirklichkeit der Nerze auf schwedischen Pelztierfarmen:


Die Tötungsmethoden:

Die Methoden zur Tötung von Pelztieren lassen mehr als zu wünschen übrig. Nerze, beispielsweise, werden in der Regel vergast, nachdem sie zu mehreren in dunkle Tötungsboxen geworfen werden.

Die Vergasung mit Kohlenmonoxid (entweder rein oder in Verbindung mit anderen Gasen) ist die gängigste Praxis zum Töten der Nerze. Allerdings erlauben die EU-Rechtsvorschriften auch weiterhin die Verwendung von Auspuffgasen und Kohlendioxid, trotz wissenschaftlicher Beweise dafür, dass selbst gefilterte Abgase (oft wird sogar einfach ein Schlauch vom Auspuff eines alten Traktors in die Tötungsbox geführt) die Bewusstlosigkeit der Tiere verzögern und zuvor zu starken Krämpfen und Schmerzen führen.

Aber auch die Tötung durch Stromschlag wird immer noch auf Pelztierfarmen angewendet.
Füchse bekommen hierzu Zange um den Mund gelegt und gleichzeitig einen Stab in den Anus geschoben. Dann jagt man ihnen Strom durch den Körper, um sie zu töten. Oft reicht aber auch hier die Dosis (ähnlich wie bei der Vergasung) nicht aus. Die Pelztierfarmer besitzen oft keinerlei Sachkunde, das ernannte Ziel ist, das Tier so zu Töten, dass Haut und Fell geschont wird.  Das schreckliche Leiden der Tiere spielt keine Rolle.


Gesetzgebung in der EU:

Es gibt keine spezifische EU-Gesetzgebung mit detaillierten Tierschutzanforderungen für die Haltung von Tieren für die Pelzproduktion. Pelztierfarmen sind durch die Richtlinie 98/58/EG zur Festlegung der allgemeinen Mindestanforderungen für den Schutz aller Tiere in landwirtschaftlichen Tierhaltungen abgedeckt. Diese Richtlinie legt zugrunde, dass EU-Mitgliedstaaten diese Mindestanforderungen umsetzen oder sogar strengere Vorschriften anwenden können als in der EU-Richtlinie vorgesehen ist, wodurch die Möglichkeit für einzelne Länder beseht die Pelztierproduktion zu beschränken oder ganz zu verbieten.

In Deutschland wurde im November 2006 die Pelztierzuchthaltungsverordnung beschlossen. Auch wenn die Übergangsfristen lang sind, wird diese Haltungsverordnung durch die Quasi-Abschaffung der bisherigen Käfighaltung dazu führen, dass in Deutschland eine wirtschaftliche Haltung von Pelztieren nicht mehr möglich ist.

Zusätzlich zu den oben genannten Rechtsvorschriften sind die Tötungsmethoden für Pelztiere auch Richtlinie 93/119/EG des Rates über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung aufgenommen. Dieses Gesetz wurde überarbeitet und wird ab dem 1. Januar 2013 durch die Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 ersetzt.

Leider toleriert diese neue Gesetzgebung auch weiterhin die Tötungsmethoden in Form der Verwendung von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid (rein oder in Verbindung mit anderen Gasen) und Stromschlägen.


Auswirkungen auf die Umwelt:

Die Pelztierzucht bringt der Pelztierindustrie nicht nur enorme Profite – sondern bedeutet auch eine massive Verschmutzung für unsere Umwelt, unsere Erde.

Der Kot der Nerze trägt zur Verschmutzung des Wasserkreislaufs bei. Gefährliche Bestandteile dieser Ausscheidungen sind Nitrate und Phosphate, welche bei unsachgemäßem Betrieb in die Natur gelangen und verheerende Schäden in Bächen und Flüssen anrichten. Auch in Deutschland wurden wegen Gewässerverschmutzungen Pelzfarmen mit Auflagen belegt oder gar verurteilt.

Jeder Nerz produziert etwa 90 Kilo Kot in seinem Leben bevor er getötet wird.

Pelztierfarmen sind eine Quelle der Luftverschmutzung durch die Tonnen von Ammoniak, die sie jedes Jahr produzieren!

Die Herstellung eines Mantels aus Tieren von Pelzfarmen benötigt 20-mal mehr Energie als die Produktion eines Kunstpelzes. Gesamtheitlich betrachtet fließen der Transport von Futtermitteln auf Farmen, die Müllverwertung, Elektrizität für Gebäude und Tötungsapparate, der Einsatz von Pestiziden, Impfstoffen und Antibiotika und der Abtransport von Kadavern in die mangelhafte Umweltbilanz von Echtpelz mit ein.

Pelz ist nur “natürlich”, wenn er dem Tier, das mit ihm geboren wurde, gehört. Sobald ein Tier getötet und gehäutet wird, wird das Fell mit einer giftigen Chemikalienbrühe behandelt, um die Fäulnisbakterien der rohen Haut abzutöten. Verschiedene Salze – zusammen mit Ammoniak, Formaldehyd, Wasserstoffperoxyd und andere Chromate und Bleichmittel – werden eingesetzt um den Pelz zu bewahren und zu färben. Pelze sind nicht natürlich, sie sind massiv mit Chemikalien besetzt um sie vor dem Zerfall zu schützen, die Pelzproduktion belastet die Umwelt und verschlingt wertvolle Ressourcen. Die Herstellung eines Mantels aus Tieren von Pelzfarmen benötigt 15-20-mal mehr Energie als die Produktion eines Kunstpelzes. Gesamtheitlich betrachtet fließen der Transport von Futtermitteln auf Farmen, die Müllverwertung, Elektrizität für Gebäude und Tötungsapparate, der Einsatz von Pestiziden, Impfstoffen und Antibiotika und der Abtransport von Kadavern in die mangelhafte Umweltbilanz von Echtpelz mit ein.

In Anbetracht der vorgenannten Tatsachen und mit allen natürlichen und synthetischen Materialien, die heute verfügbar sind, gibt es einfach keine weitere Rechtfertigung mehr für diese widerwärtige und tierquälerische Branche.



Occupy for Animals bittet das Europäische Parlament ein Verbot von Pelztierfarmen in der gesamten Europäischen Union zu berücksichtigen.


Die Petition: “Ban Fur Farming in the European Union” wurde am 31. August 2012 bei der EU registriert .

Bitte unterschreibt diese wichtige Petition und setzt euch gegen die Pelzindustrie ein
und für die Tiere, die für ein Stück ihres Fells einen sinnlosen
und qualvollen Tod sterben müssen:

 


Please read the complete englisch documentary on the website of Occupy for Animals

Veröffentlichung & Copyright von Occupy for Animals

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