Haftbefehl gegen Tierschützer: Sea-Shepherd-Gründer Paul Watson in Frankfurt festgenommen

17. Mail 2012:
Nach aktuellen Informationen hat die Generalstaatsanwaltschaft nunmehr doch noch den Antrag auf Erlass eines vorläufigen Auslieferungs-Haftbefehls an das OLG Frankfurt gestellt, da Fluchtgefahr für Paul Watson bestehe. Über den Auslieferungsantrag wurde damit
noch nicht entschieden. Gleichzeitig weist die Generalstaatsanwaltschaft darauf hin, dass das Justizministerium und das Auswärtige Amt die politische Möglichkeit hätten, den Haftbefehl sofort außer Kraft zu setzen. Watson würde dann nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft sofort ohne Kaution freigelassen. Dieser Hinweis ist außergewöhnlich und einmalig in der Justizgeschichte Deutschlands.

Damit soll offenbar ausgedrückt werden, dass der Haftbefehl auch aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft einen politischen Hintergund hat.

Das offizielle Video der gestrigen Pressekonferenz sehen Sie hier:
Für morgen ist in Berlin ein stiller Proteste vor dem Justizministerium geplant.

Bitte helfen Sie Paul Watson, dem Retter der Meere und nehmen Sie weiterhin an den Protesten teil.

Für Petitionen und Emailproteste bitte folgende Links verwenden:

PETITIONEN

http://www.thepetitionsite.com/663/009/291/release-paul-watson/

http://www.thepetitionsite.com/991/002/034/free-capatain-paul-watson/

http://www.change.org/petitions/ambassador-of-costa-rica-release-captain-paul-watson-the-entire-world-is-watching

http://www.avaaz.org/en/petition/free_Captain_Paul_Watson_of_Sea_Shephard/

EMAILPROTESTE

http://deutschlandsagtnein.com/?p=1949

https://www.regenwald.org/aktion/874/freiheit-fuer-den-umwelthelden-paul-watson

Emailvorlagen für Protestbriefe an das Justizministerium, das Auswärtige Amt und den Bundespräsidenten finden Sie in unserem Newsletter


15. Mai 2012: Aktuelle Pressemitteilung von Sea Shepherd Deutschland:

Der kanadische und US – Staatsangehörige Paul WATSON, Gründer der Nichtregierungsorganisationen „Sea Shepherd“ wurde heute durch Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main auf der Grundlage eines Festnahmebegehrens Costa Rica´s festgehalten, und zunächst in das Untersuchungsgefängnis in Frankfurt am Main eingeliefert.

Die Festnahme erfolgte aufgrund eines am 25.10.2011 durch ein lokales Gericht in Costa Rica erlassenen Haftbefehls.

Grundlage dieses Haftbefehls ist ein Vorfall aus dem Jahr 2002 in internationalen Gewässern vor der Küste Costa Ricas bzw. Guatemalas. Paul WATSON wird durch die Behörden in Costa Rica beschuldigt, einen illegalen Eingriff in den Seeverkehr vorgenommen zu haben.

Paul WATSON bestreitet jedes strafrechtliche Tun.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die strafrechtliche Verfolgung in Costa Rica nach so langer Zeit politisch motiviert ist; jedenfalls wurde im Jahre 2002 das Verfahren gegen Paul WATSON nach zwei richterlichen Anhörungen und der Vorlage von Beweismitteln (insbesondere Videoaufnahmen des Vorfalls) nicht weiter betrieben.

Der Abteilungsleiter des Referats internationale Rechtshilfe bei der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main wird nunmehr zu entscheiden haben, ob gegen Paul WATSON bei dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main um den Erlass eines vorläufigen Haftbefehls nachgesucht wird.

Interpol Lyon hat nach eingehender Prüfung des Sachverhalts auf der Grundlage von Art. 3 der dortigen Statuten entschieden eine Empfehlung gegenüber den Vertragsstaaten von Interpol auszusprechen, Paul WATSON nicht festzunehmen; jedenfalls ist eine internationale Fahndungsausschreibung („Interpol Red Notice“) durch das Generalsekretariat von Interpol abgelehnt worden. Hintergrund war auch hier die Überzeugung, dass möglicherweise ausschließlich politische Motive hinter der strafrechtlichen Verfolgung von Paul WATSON stehen.

Paul wird von den Rechtsanwälten Oliver Wallasch Frankfurt am Main und Alexander S.K. Gruner Frankfurt am Main gemeinsam vertreten.

Die Beistände stehen in engem Kontakt mit der englischen NGO Fair Trials International.

Wir sind davon überzeugt, dass der Mandant in Costa Rica in keinem Fall ein faires Verfahren erhalten wird, so dass eine Auslieferung nach Costa Rica jedenfalls gegen fundamentale Menschenrechte des Mandanten verstoßen würde.

http://www.seashepherd.de/news-and-media/news-120514-1.html


UPDATE 14. Mai 2012 abends:

Captain Watson bleibt in der Obhut der deutschen Behörden heißt es gestern noch auf der englischen Webseite von Sea Shepherd. Ein deutscher Richter hat sich geweigert, Captain Watson frei zu lassen, stattdessen bestätigte er, dass Costa Rica immer noch an einer Auslieferung Watsons in ihr Land fest hält. Sea Shepherd Aktivisten in Europa und Lateinamerika arbeiten …weiterhin rund um die Uhr, um die wahren Gründe hinter Costa Ricas Haftbefehl offen zu legen.
Der Haftbefehl gegen Captain Watson wurde im Oktober 2011 ausgestellt, interessanterweise genau zu der Zeit, als das japanische Institut für Walforschung (ICR) ihre Zivilklage gegen die Sea Shepherd Conservation Society in den USA eingereicht hatte. Es bleibt die Frage wie hier die Verbindungen sein könnten?

Zudem hat INTERPOL gestern eine Erklärung auf ihrer Website veröffentlicht, dass sie im Fall von Paul Watson KEINE “Red Notice” (Fahndungsaufruf) ausgesprochen haben, da der in Costa Rica ausgestellte Haftbefehl NICHT in Übereinstimmung mit INTERPOL’s Statuten und Grundsätzen steht. Hoffentlich werden die deutschen Gerichte zu dem gleichen Schluss kommen und Captain Paul Watson bald frei lassen.

Bitte unterschreiben Sie folgende Petitionen für die Freilassung von Captain Paul Watson:


UPDATE 14. Mai 2012 12 Uhr:
“Wir erwarten, dass Captain Paul Watson heute im Laufe des Tages oder spätestens morgen früh aus der Haft in Deutschland entlassen wird”, gab ein Sprecher von Sea Shepherds vor wenigen Minuten bekannt. “Seine Festnahme war ein Fehler der deutschen Behörden.”

13. Mai 2012: Paul Watson in Frankfurt festgenommen!
Der Gründer der Umweltschutzorganisation Sea Sheperd, Paul Watson, ist am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Anlass sei ein Haftbefehl aus Costa Rica gewesen, teilte die Präsidentin von Sea Sheperd in Frankreich, Lamya Essemlali, mit. Watson, der die kanadische und die US-Staatsbürgerschaft hat, sei auf dem Weg nach Frankreich beim Umsteigen in Frankfurt am Main festgenommen worden. Die Nichtregierungsorganisation Sea Sheperd hat sich den Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben. Sie hat ihren Sitz in den USA und wurde 1977 gegründet.

Naturschützer auf der ganzen Welt hoffen nun, dass Costa Rica die Anklage gegen Captain Paul Watson fallen lässt. Während Watson im Gefängnis ist, stehen ihm der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Daniel Cohn-Bendit und der Europaabgeordneten José Bové zur Seite.

Unsere Hoffnung ist, dass diese beiden ehrenwerten Herren Captain Watson frei zu bekommen, bevor der Unsinn geht weiter.

Hintergrund:
Den Angaben zufolge bezieht sich der Haftbefehl aus Costa Rica gegen Watson auf eine Aktion aus dem Jahr 2002, als Sea Sheperd auf die brutale Jagd auf Haie aufmerksam machte. Hier kam es angeblich zu einer Verletzung der Seeverkehrsregeln (???) als Sea Shepherd’s Ocean Warrior den costaricanischen Langleinenfischer Varadero I beim Wildern vor der Küste von Guatemala erwischte. Captain Watson kontaktierte daraufhin die guatemaltekischen Behörden und bat um Rat und erhielt die Erlaubnis den Wilderer nach San Jose (Guatemala) zu eskortieren. Die Varadero I wurde angewiesen über 20 Meilen Langleinen einzuholen und alle Haie und Fische an den Haken zu befreien und so eskortierte die Ocean Warrior die Varadero I in Richtung Hafen, wo die guatelmalkesischen Behörden aber bereits warten um jetzt die Sea Shepherd Crew festzunehmen. Die Besatzung der Varadero I hatte nämlich indes behauptet, dass die Ocean Warrior das kleine Fischerboot absichtlich gerammt hätte.
So gab Captain Watson die Eskortierung der Varadero I auf und fuhr weiter nach Costa Rica. Als die Ocean Warrior in Costa Rica ankam, wurde Captain Watson aufgrund der Anschuldigungen von der Besatzung der Varadero I wegen versuchten Mordes und Sachbeschädigung angeklagt. Videobeweise der Konfrontation mit der Varadero I widerlegen diese Anschuldigungen allerdings eindeutig.

Umweltexperten zufolge werden etwa 73 Millionen Haie pro Jahr getötet, insbesondere dadurch, dass ihre Flossen abgehackt werden. Für diese wird viel Geld bezahlt, da sie in der chinesischen Küche als Delikatesse gelten. Die Tiere werden nach dem Abhacken der Flossen zurück ins Wasser geworfen, wo sie qualvoll verenden.

Trailer zur Dokumentation Sharkwater:


http://www.seashepherd.org/news-and-media/2012/05/14/update-on-the-arrest-of-captain-watson-day-2-in-custody-1375

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